Naturschutzgebiet Tannermoor

 Sonnenaufgang bei leichtem Morgennebel im Naturschutzgebiet Tannermoor


Das Naturschutzgebiet Tannermoor liegt in der Marktgemeinde Liebenau in der Nordostecke Oberösterreichs. Mit einer Fläche von ca. 120 Hektar, von denen knapp 100 Hektar mit Latschen bestanden sind, ist es das größte Moor im Gemeindegebiet von Liebenau und zählt zu den größten im Land.

Das Moor entstand nach der letzten Eiszeit vor ungefähr 12.000 Jahren. Es liegt auf einer Seehöhe von über 930 Metern und zur Gänze im Gebiet des Weinsberger Granits, der an manchen Stellen von feinkörnigem Ganggranit durchzogen wird. Dieser bildet die wasserundurchlässigen Mulden, in den sich dieses Moor bis zu einer Mächtigkeit von 10 Metern bilden konnte.

Rubener Naturmoorbadeteich im Naturschutzgebiet TannermoorSeit Menschengedenken wurde das Gebiet des Tannermoores weder abgeholzt, noch wurde darin jemals Torf gestochen. Der einzige menschliche Eingriff in dieser Gegen ist der am Südrand des Moores gelegene Rubenerteich, der früher das nötige Wasser zur jährlichen Holzschwemmung lieferte.
Der Rubener-Teich wird vom Tannerbach gespeist, der aus dem Hochmoor fließt - daher die dunkelbraune Färbung des beliebten Naturmoorbadeteiches. Im Rubenerteich kann auch gefischt werden.


Fingerhut - lila blühende Pflanze im Naturtschutzgebiet Tannermoor Habicht FrontansichtDer Reichtum an seltenen Pflanzen und Tieren ist der kostbarste Schatz des Tannermoores. Neben dem Rehwild können wir noch Fuchs, Dachs, Edelmarder, Wiesel, Birkwild, Auerwild, Mooreule, Waldohreule, Wildente, Habicht und Sperber antreffen.

Auf Schritt und Tritt stößt der Wanderer auf seltene Pflanzen. Die Legföhre bildet dichte Miniaturwälder, auf freien Stellen gedeiht das Heidekraut. An den Randgebieten findet man Heidelbeeren. Die Moorbeere, auch Rauschbeere genannt, trifft man im feuchteren, zentralen Teil. Über die Sumpfmoospolster kriechen die zarten Stengel der Moosbeere.
Moorbeeren schwarzAuf die Rosmarinheide wird der Moorbesucher erst zur Blütezeit aufmerksam, weil dann die hellrosa kugeligen Blüten den Moorboden zieren. Der Sumpfporst mit seinen weißen, sternförmigen Blüten kommt im dichteren Legföhrenbestand vor. Der rundblättrige Sonnentau, eine "fleichfressende" Planze, ist eine Rarität am Teichrand.

Kreuzotter zusammengerollt rundblätteriger Sonnentau Sperber im Flug  

 

 

 


Um das Moor findet man prachtvolle Bestände von Fichten, deren mächtigsten sicher über 200 Jahre alt sind. An Laubbäumen kommen hauptsächlich die Birke und die Moorbirke vor. Zahlreiche seltene Gräser und Kräuter, wie Berg-Alpenglöcklein, Weißer Germer, Sturmhutblättriger Hahnenfuß, Alant-Distel, Arnika, Alpenmilchlattich, Pestwurz und Wollgras ergänzen die interessante Flora des Moores und seiner Umgebung.

Sonnenstrahlen der Morgensonne leuchten in den Hochwald des Naturschutzgebietes Tannermoor Moorwanderweg im Naturschutzgebiet mit Föhrenwald Moorwanderweg im Naturschutzgebiet Tannermoor mit Moorbirken
 

 

 

 


Der Moorwanderweg hat eine Länge von ca. 6 km. Er nimmt seinen Ausgang beim Rubenerteich. Von dort weg führt er zunächst in Richtung Norden durch Fichtenwald, der von Dirken durchsetzt ist. Dann tritt man hinaus auf das Hochmoor. Mitten im Moor ladet ein Hochstand ein, die gesamte Fläche des Hochmoores zu überblicken.
Moorwasserlache im Naturschutzgebiet TannermoorNach kurzer Wanderung kann der Besucher ein Moorfußbad nehmen, das hier besonders erfrischend ist und auch eine heilkräftige Wirkung haben soll. Anschließend geht es durch einen Fichtenhochwald hinauf zu mächtigen Granitkuppen, der sogenannten "Lehrmüller-Mauer". Hier bietet sich dem Wanderer ein prächtiges Panorama mit einem Ausblick weit ins Land, der für die kurze Mühe des Aufstieges mehr als entschädigt. Durch Hochwald führt der Weg zurück zum Rubenerteich, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Reines Moorwasser ladet hier zum Baden und Fischen ein.

Für die Begehung des Moorwanderweges sind feste, wasserdichte Schuhe zweckmäßig, wenngleich die sumpfigsten Stellen durch Holzbrücken befestigt sind. Sandalen, Stöckelschuhe, Halbschuhe und dergleichen sind hingegen nicht geeignet.

Wandergruppe unterwegs im Naturschutzgebiet Tannermorr mit WanderführerFür Wanderer besteht die Möglichkeit, sich von versierten Moorführern durch das Moor begleiten zu lassen, die über alles Wissenswerte informieren und so manche interessante Geschichte oder Sage zu erzählen haben. Besonders für Wandergruppen und Schulklassen empfiehlt sich diese Führung - Informationen dazu erhalten Sie am Marktgemeindeamt Liebenau (07953/8111).

 

Von Juni bis September besteht im Rubenerteich die Möglichkeit zum Angeln. Fischer-Tageskarten sind am Marktgemeindeamt Liebenau, beim Buffet am Rubenerteich, bei Oberförster Hebenstreit in Ruben (Forsthaus) und im Gasthof Holzmann "Moserwirt" (Dauerbach, Nähe Tannermoor) erhältlich.

 Latschen, Föhren und Moorbirken mit Moorgras im Naturschutzgebiet Tannermoor

 

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das Naturschutzgebiet Tannermoor ...

 Moorlandschaft im Tannermoor mit Heidegras